Aktivurlaub auf Lanzarote (Tipps für Unterkunft, Ausrüstung, Baden, Wandern)

Im Winter, wenn die Menschen bei Schnee und Eiseskälte frieren, kann man auf den spanischen Kanareninseln bei Sonne und angenehmen 20 Grad Urlaub machen. Ideal zum Wandern und mit der richtigen Ausrüstung ist auch schwimmen möglich, im Sommer sowieso. Auf Lanzarote gibt es einzigartig schöne Orte. Dazu zählen der Timanfaya Nationalpark mit seinen Vulkanen,  wo man glaubt man ist am Mond (ESA-Astronauten bereiten sich dort für ihren Mondflug vor), der unverbaute Traumstrand Papagayo im Süden und die faszinierenden Kunst-Bauwerke des Künstlers César Manrique, die er in Lavablasen- und tunnelen im Norden errichtet hat. Zum Glück hat der 1992 verstorbene Künstler mit seiner Philosophie noch immer Einfluss auf den Tourismus. Er hat propagiert, dass alle Häuser weiß sind, Hotels nicht zu hoch gebaut und Werbetafeln abmontiert werden. Deswegen ist die Natur auf Lanzarote noch in Ordnung. Gerne wollen wir hier unsere Erfahrungen von unserem Urlaub in Form von hoffentlich wertvollen Reisetipps weitergeben. Wir waren 9 Tage dort! Viel Spaß beim Lesen!

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Anreise

Wir sind mit dem Flugzeug angereist. Der Flughafen befindet sich unweit von der Hauptstadt Arrecife. Am besten man leiht sich dort einen Mietwagen aus. Wenn ihr unseren kostenlosen Reiseführer unterstützen wollt, bucht bitte gerne über rentalcars.com unter folgendem Link (ohne zusätzliche Kosten für Euch):  Mietwagen – suchen, vergleichen & sparen.

Unser Mietauto

Unterkunft: Zentrum (Süden) und Küste (Norden)

Wir hatten 3 Unterkünfte gebucht.

Die erste im Zentrum der Insel in der Nähe des Flughafens, damit wir den Nationalpark Timanfaya und den Süden besuchen konnten. Wir haben 4 Nächte in der Ecofinca Olivina übernachtet. Ich kann diese preiswerte Unterkunft sehr empfehlen, die sehr nette Anna hat jeden Tag liebevoll ein leckeres Frühstücks-Buffet zubereitet.

reichhaltiges Frühstücksbuffet mit frischen lokalen Produkten
Patricia mit Anna von der Ecofinca Olivina

Unsere zweite Unterkunft war im Norden. In der Nähe ist die ehemalige Hauptstadt Teguise zu finden, die Fähre zur Insel Graciosa und es gibt einige Sehenswürdigkeiten von César Manrique zu bestaunen. Wir haben 3 Nächte in Punta de Mujeres im Apartamento Costa Amanecer übernachtet, da wir auch einmal direkt am Meer übernachten wollten. Es gibt dort viele natürliche Pools und der Ort ist nicht touristisch. Ein echter Geheimtipp.

Natural Pools im Zentrum von Punta Mujeres
Achtung bei Flut!
Casa Carmelina

Schließlich haben wir in der letzten Nacht in der Hauptstadt Arrecife genächtigt, um am nächsten Tag schneller zum Flughafen zu kommen. Allerdings ist es dort schwer, einen Parkplatz zu finden und die Gassen zum Autofahren sehr eng. Eine sehr preiswerte und einfache Unterkunft sehr Nahe am alten Fischerhafen mit vielen Restaurants sind die Rooms Arrecife Center.

Alter Fischerhafen von Arrecife am Abend
Alter Fischerhafen von Arrecife am Morgen

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Ausrüstung

Für einen Aktivurlaub muss man die richtige Ausrüstung mitnehmen, oder man kauft sich was man braucht vor Ort. Wir haben uns preiswert bei Decathlon ausgerüstet. Ich mag Decathlon, da man gekaufte Artikel noch 365  Tage zurückgeben kann, wenn man den kostenlosen Sportlerpass hat. (Decathlon ist unser Partner, wenn ihr über die folgenden Links einkauft unterstützt ihr unseren Reiseführer ohne zusätzliche Kosten für Euch!)

Wenn ihr nicht im Internet kaufen wollt, gibt es auch ein großes Decathlon-Geschäft vor Ort, wo wir unseren Neopren-Anzug, die Schnorchel und Wanderschuhe gekauft haben (wobei man Wanderschuhe besser früher kauft, um sie eingehen zu können).

Ihr fahrt dazu vom Flughafen mit dem Auto Richtung Arrecife und dann auf die Umfahrungsstraße, wo ihr bald zu Decathlon abfahren könnt.

Ich empfehle folgende Ausrüstung:

  1. Kompass Wanderführer: Wir haben diesen Wanderführer für unsere Wanderungen verwendet. Sehr praktisch ist die große Übersichtskarte, da sieht man gleich, was man in der Gegend wo man ist alles unternehmen kann.
    Mit dem Kompass Wanderführer auf den Hacha Grande
  2. Fotorucksack: Wir haben für die Kameraausrüstung den Fotorucksack von EverVanz verwendet, den es auf amazon gibt (hier ist mein Test). Er passt als kleines Handgepäck für RyanAir, wenn man ihre Toleranz berücksichtigt. Dieser Rucksack ist zwar nicht wasserdicht, aber sieht gut aus und ist sehr praktisch. Man kann die Rückseite öffnen, und die Objektive herausnehmen, dann gibt es noch einen seitlichen Schnellzugriff für die Kamera und oben kann man eine Jacke o.ä. hineingeben.
    mit dem Fotorucksack von EverVanz am Hacha Grande
  3. Wanderschuhe: Das Vulkangestein ist sehr scharf, deswegen sollte man hohe Wanderschuhe verwenden um sich beim Wandern nicht zu schneiden. Am besten noch atmungsaktiv, weil es tagsüber heiß wird. Ich empfehle Wanderschuhe und nicht Trekkingschuhe, da erstere rundherum mit Gummi geschützt und besser für den scharfen Vulkanstein geeignet sind. Ich habe die Salomon X-ULTRA MID GORE-TEX gekauft, sehr gute Schuhe.
    Nur beim Kauf darauf achten, die richtige Größe zu wählen. Die Zehen (inkl. kleiner Zehe) sollten nicht im Schuh vorne anstoßen.

    So extrem braucht man natürlich nicht in die Lava hineingehen, und v.a. nicht mit Sandalen wie ich auf diesem Foto
    Auf den Hacha Grande bitte nur mit Wanderschuhen gehen, auf den Felsen verknöchelt man schnell
  4. Schnorchel-Set mit Flossen Schnorcheln macht auf Lanzarote viel Spaß und die Sets bei Decathlon sind sehr billig. Es gibt Masken für das ganze Gesicht oder einfachere Masken, die dann weniger Platz im Gepäck kosten.
    Die Los Charcones sind ein Schnorchelparadies
  5. Neopren: Wenn man im Winter nach Lanzarote reist, empfehle ich einen Neoprenanzug. Das Wasser hat ca. 18 Grad. Man sollte den Anzug eng kaufen. Er funktioniert so, dass sich das Wasser an der Haut erwärmt. Sitzt er zu locker, kommt immer kaltes Wasser nach und er wärmt nicht mehr. Ich habe diesen Neoprenshorty fürs Schnorcheln gekauft, da ich nicht so viel Platz im Gepäck hatte.
    Schnorcheln in den Los Charcones mit Neopren-Shorty
  6. Badehose
  7. Wanderhose: Ich hatte diese Wanderhose von Decathlon dabei zum Abzippen (ohne die Schuhe ausziehen zu müssen). Sie ist praktisch, da sehr leicht und schnell trocknend. Im Winter ist es in der Früh oft noch ziemlich kühl (z.B. 8 Grad im Zentrum der Insel) und während des Tages heizt es sich stark auf. Da ist es gut, wenn man die Hose schnell abzippen kann.
  8. Daunenjacke: Ich hatte eine leichte Daunenjacke dabei. Sie ist sehr praktisch, wenn es in der früh noch kalt ist, da sie sehr warm ist.
    wenn im Winter die Sonne untergeht, kühlt es sehr schnell ab
  9. Regenjacke: Auf Lanzarote regnet es selten. Bei mir hat es nur am letzten Tag geregnet. Allerdings kann es auch länger regnen, im November hatte es angeblich fast jeden Tag geregnet. Es schadet also nichts, eine (atmungsaktive) Regenjacke mitzunehmen, die hilft gegen den Wind!
    tatsächlich Wolken und Regen am letzten Tag in Arrecife
  10. Sonnenhut: Man sollte die Sonne nicht unterschätzen, schließlich liegen die kanarischen Inseln auf einer Höhe mit Afrika! Man sollte darauf achten, dass der Sonnenhut mit einer Schnur befestigt werden kann, da es oft sehr windig ist und der Hut leicht wegfliegt! Ich hatte einen Hut von Decathlon dabei.
  11. Sonnencreme
  12. Wandersandalen: Ich hatte zusätzlich zu den Wanderschuhen noch Wandersandalen mit. Die sind praktisch für die Unterkunft oder tagsüber, weil es in den Wanderschuhen doch heiß wird. Wandern gehen sollte man damit natürlich nicht, aber man kann sie auch beim Plantschen im Wasser anlassen.
  13. Wasserschuhe: In den natürlichen Pools gibt es manchmal Seeigel, und mit Badeschuhen kann man sich dagegen besser schützen als mit Sandalen.
  14. Mütze und Handschuhe (im Winter): Klingt vielleicht blöd, aber da Hände und Kopf zuerst abkühlen sind eine Haube und dünne Handschuhe sehr praktisch, um sich schnell aufzuwärmen, wenn die Sonne untergegangen ist.

Essen und trinken

Zu Essen gibt es auf Lanzarote vorwiegend frischen Fisch.

Oft wird er in riesigen Portionen serviert. Z.B. im Norden im Restaurant Amanecer in Arrieta (sehr zu empfehlen mit Aussicht aufs Meer).

Fisch des Tages (ca. 15 Euro im Amanecer) mit Papas Arrugadas (mit viel Salz gekochte Kartoffel mit Schale)

Leider gibt es v.a. in touristischen Orten vorher ungefragt das obligatorische aufgewärmte Brot mit grüner und roter Soße.

Brot mit Soßen (ca. 1 Euro pro Person)

“Leider” deswegen, da das zwar lecker ist aber mit dem Fisch dann oft zu viel wird, v.a. abends. Ein Restaurant in der Hauptstadt Arrecife, in dem man noch gefragt wird und das ich empfehle ist das Naia.

Meeresfrüchte-Risotto mit typisch “schleimigen” Reis (Arrecife)
Typische Nachspeise aus Gofio (in Arrecife)
Nachspeise aus Ziegenkäse (in Orzola)

Man kann sich auch dazu entscheiden, den Fisch mit jemand anderem zu teilen oder nur Vorspeisen zu bestellen.

Pimientos (gebratene Paprika, ca. 6 Euro)

Empfehlenswert im Zentrum der Insel ist das Restaurante Grill Casa Gregorio in Uga.

Satt nur mit Vorspeisen im Casa Gregorio (Uga)

Zu trinken gibt es Wasser (“aqua sin gas pequeña” ist ein kleines stilles Wasser), lokalen Wein oder Bier.

Das Leitungswasser kann man theoretisch trinken, aber wegen des Geschmacks gibt es 8 Liter-Kanister mit Trinkwasser zu kaufen (0,80 Euro in Arrecife, 3 Euro in touristischen Geschäften).

Nach der Wanderung auf den Hacha Grande musste der 3-Euro-Kanister dran glauben 🙂

7 Ausflugstipps Nationalpark & Süden

Im folgenden will ich Ausflüge empfehlen, die man gut vom Zentrum und im Süden der Insel unternehmen kann.

Die Touristenorte Playa Blanca an der Südküste und Puerto del Carmen sowie Costa Teguise an der Ostküste habe ich nicht bei den Tipps, da sie richtige Touristenfallen sind.

Puerto del Carmen ist ein Ort fast nur für Touristen…
…trotzdem ist der Sonnenuntergang dort wunderschön

Ich habe für einen 8l-Kanister Wasser in Playa Blanca 3 Euro bezahlt, während ich in Arrecife dafür 80 Cent bezahlt habe. Natürlich kann man diese Orte auch besuchen, wenn man gerne unter anderen Touristen ist oder eine große Auswahl an Restaurants bevorzugt.

1. Papagayo Strand (leichter Wanderung oder mit dem Auto)

(Wanderung 39 im Kompass Wanderführer)

Der Papagayo Strand ist ein Traumstrand am südlichsten Zipfel der Insel.

Playa Papagayo bei Sonnenuntergang

Die meisten fahren über eine Schotterpiste hin, die bei einem Kreisverkehr von der Hauptstraße Richtung Playa Blanca abzweigt. Bald muss man dann bei einer kleinen Hütte Maut zahlen. Man sollte langsam fahren, um sein Mietauto nicht zu beschädigen.

Blick vom Hacha Grande auf die Mautstraße parallel zur Küste

Man kann zu dem Strand auch hinwandern, was wir gemacht haben und kommt dann bei mehreren schönen und einsameren Stränden vorbei. Nachteil dabei ist, dass man Schnorchel-Ausrüstung usw. selber tragen muss.

Die einfache Wanderung beginnt östlich von Playa Blanca in der Nachbarschaft Las Coloradas. Es gibt dort übrigens auch einen Supermarkt, der keine Touristenfalle ist.

Bei Ebbe kann man oft direkt an der Küste von Strand zu Strand gehen (oder klettern), bei Flut muss man manchmal wieder einen kleinen Hügel hoch, um zum nächsten Strand hinunterzukommen.

am Playa Papagayo: wer jetzt kein Foto macht, ist selber schuld 😉

2. Wandertipp Süden: Hacha Grande (schwer)

(Wanderung Nr. 36 im Kompass Wanderführer)

Von der Schotterpiste Richtung Papagayo Strand zweigt eine kleine Straße ab, bevor man zum Mauthäuschen kommt. Von dort kann man auf den 562 m hohen Hacha Grande wandern. Achtung! Wir sind diese Straße nur ein Stück gefahren und haben dann geparkt, um das Mietauto nicht zu beschädigen.

Am Fuß des Hacha Grande

Vom Gipfel hat man einen tollen Blick auf Playa Blanca und den Süden der Insel und kann beobachten, wie die Autos langsam zum Papagayo Strand fahren.

Blick vom Hacha Grande auf die Mautstraße parallel zur Küste

Man kann dann weiter nach Osten an die Küste gehen. Diese Wanderung ist im Kompass Wanderführer als schwierige Wanderung beschrieben und die Lieblingswanderung des Autors.

manchmal nicht einfach, das Geröll erfordert gute Schuhe

Man sollte nur aufpassen, da v.a. im Winter dort niemand unterwegs ist und daher sehr vorsichtig sein. Ohne hohe Wanderschuhe hat man keine Chance.

Es wächst fast nichts, allerdings dieses seltsame Gemüse… bitte in den Kommentaren posten, wenn ihr wisst was das ist!

3. Nationalpark Timanfaya

Der Nationalpark ist ein riesiges Naturschutzgebiet. Teile davon kann man betreten, wie den Vulkan El Cuervo (siehe den folgenden Wandertipp), Teile davon kann man nur mit einer Bustour besuchen. Bei dieser Bustour kann man viel über die Entstehung der Landschaft und die Vulkane lernen, eine Feuershow sehen und im Restaurant, wie man die Hitze zum Grillen verwendet. Aber wir wollten die Landschaft lieber auf eigene Faust erkunden.

Vulkanstein
Nicht immer ganz vorbildlich, der Umweltschutz im Nationalpark

4. Wandertipp Zentrum: Volcán El Cuervo (leicht)

Dieser Vulkan befindet sich am Rand des Nationalparks und man kann in ihn hineingehen.

El Cuervo

Die Wege zum Vulkan und um ihn herum sind gekennzeichnet und dürfen nicht verlassen werden, um die Flechten zu schützen, die auf den Steinen wachsen.

Flechten
unglaublich, was hier alles wächst

Ich finde das schon richtig, sonst würde wahrscheinlich jeder auf die Wände des Vulkans hinaufkraxeln um im schwarzen Sand wieder hinunterzurutschen. Das würde bald nicht mehr sehr schön aussehen…

5. La Geria

Wenn man so wie wir im Zentrum der Insel Nahe Masdache wohnt, befindet man sich eigentlich schon mitten im Weinanbaugebiet, der diese Gegend prägt.

Im Gegensatz zum Norden sind die Vulkane jünger und die Landschaft ist mit Vulkan-Schlacke oder Asche bedeckt. Unter dieser Asche befindet sich fruchtbarer Boden. Für die Weinreben wird ein Loch gebohrt und sie werden in die Erde eingesetzt. Die Asche verhindert, dass der Boden austrocknet und behält die Feuchtigkeit der Nacht. Zusätzlich haben die Weinbauern um die Grube Steine aufgeschichtet, um den Setzling vor Wind zu schützen.

6. Salinas de Janubio, Los Hervideros, Lago Verde und El Golfo (+leichte Wanderung)

Der Naturpark erstreckt sich bis zur Westküste Lanzarotes. Die Küsten sind allerdings in Spanien immer frei begehbar. Deswegen kann man dort auch von El Golfo aus Richtung Norden eine kleine Wanderung machen, wenn man das will. (Wir sind aber nicht weit gegangen, da die Landschaft zwar toll ist, aber sich nicht viel verändert.)

Wanderung bei El Golfo (besser mit Wanderschuhen)
Faszinierend, wie die Krebse am Stein kleben bleiben

Auf den Weg dorthin kommt man zu einer der wenigen Salinen, die noch in Betrieb sind und kann dort Salz für zuhause kaufen.

Lokale Wirtschaft unterstützen

Das Salz wurde früher verwendet, um die Fische auf hoher See haltbar zu machen.

so kommt das Wasser in die Saline

Heute ist diese Industrie nicht mehr wichtig, deswegen wurden viele Salinen aufgelassen.

Salinas de Janubio

Als nächstes kommt man zu den Los Hervideros. Die heiße Lava ist (zuletzt 1824) zum Meer geflossen und hat die Insel stark vergrößert. Dabei haben sich wilden Felsformen und -höhlen gebildet, die besichtigt werden können.

Kurz vor El Golfo gibt es einen grünen See, der von oben bestaunt werden kann. Bei Ebbe kann man auch gut zum Strand davor gehen.

El Lago Verde

Für diese Sehenswürdigkeiten gilt, sie möglichst früh am Tag zu besuchen, da sie sehr stark von Reisebussen frequentiert werden und man sie später nicht mehr in Ruhe genießen kann.

7. Natürliche Pools Charcones

Kommt man von den Salinen gibt es bei einem Kreisverkehr die Möglichkeit, auf eine Parallelstraße zur LZ-2 Richtung Playa Blanca zu fahren. Zweigt man davon ab, kann man zu einem Parkplatz gelangen, wo gerade (Anfang 2019) ein Haus (Hotel?) gebaut wird (auf Google Maps “Janubio”).

Von dort wandert man südlich entlang der Küste zu genialen Natural Pools. Toll, weil nicht so viele Leute. Am Schluss muss man etwas klettern. (Achtung wegen Seeigeln, Badeschuhe anziehen!)

Charcones
Am Rückweg von den Natural Pools Charcones (oder am Mond?)

Achtung! Es gäbe weiter südlich noch eine Stichstraße, die näher wäre, aber die ist leider gesperrt.

9 Ausflugstipps Norden

Im folgenden will ich Ausflüge empfehlen, die man im Norden der Insel unternehmen kann.

1. Fundación César Manrique

Wie eingangs schon erwähnt ist es César Manrique zu verdanken, dass der Tourismus auf Lanzarote großteils nachhaltig stattfindet. Er ist leider 1992 bei einem (selbst verschuldeten) Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

In der Fundación César Manrique erfährt man mehr über seine Philosophie und kann seine Kunst bestaunen. Allerdings sind oft weniger seine Kunstwerke selber interessant, als die Architektur, die er in die Lava-Landschaft und Lava-Blasen integriert hat.

In Haria kann man auch noch sein privates Wohnhaus besichtigen, was wir allerdings nicht gemacht haben.

2. Jardin de Cactus

Während das Zentrum Lanzarotes vom Weinbau geprägt ist, findet man im Norden ältere Vulkane und daher mehr Vegetation.

Oft sieht man Kakteen und überall werden Produkte mit Aloe Vera feilgeboten.

Aloe Vera im Norden

Der Kaktusgarten ist ein toller Ort, wo man 4500 Exemplare von 450 verschiedenen Arten aus 13 Gattungen von fünf Kontinenten bestaunen kann.

Jardin de Cactus

Über dem Garten thront eine Windmühle, die sich gut als Fotomotiv eignet.

3. Wandertipp Norden: Playa del Risco (schwer)

Richtung Westen fällt die Küste steil ab und man hat einen hervorragenden Blick auf die vorgelagerte Insel Graciosa (siehe nächster Tipp zum Mirador del Rio).

Blick auf Graciosa

Man kann diese Wand hinabsteigen und befindet sich dann auf einer Ebene mit einem wunderschönen Sandstrand (leider oft mit sehr viel Wind).

Playa del Risco
windig

Weiter hinten gibt es noch eine aufgelassene Saline.

Aufgelassene Salinas del Río
Salinas del Río unter dem Mirador del Rio

Man kann die Fähre auf ihrem Weg nach Graciosa beobachten.

Parken kann man in der Nähe von Ye beim Parkplatz las Rositas. Man sollte dort keine Wertgegenstände im Auto lassen, da öfters Autos aufgebrochen werden. Die vielen Glasscherben am Boden sollten Warnung genug sein.

Der Abstieg geht über viele Serpentinen und man sollte genug Zeit (und Wasser) für den anstrengenden Rückweg einplanen.

Wanderung zum Playa del Risco

An dieser Stelle will ich den bei Surfern beliebten Famara Strand im Westen der Insel erwähnen. Leider muss man für diesen Strand einen großen Umweg in Kauf nehmen. Wir hatten sogar überlegt, dort zu übernachten. Aber dieser Strand eignet sich leider nicht als Ausgangspunkt, also haben wir diese Idee wieder fallen gelassen.

4. Mirador del Rio

Hat man die Wanderung zum Playa del Risco gemacht, kann man sich den Mirador del Rio eigentlich sparen, da man die Aussicht schon gesehen hat. Deswegen haben wir ihn ausgelassen.

Faszinierend ist er allerdings, da er ebenfalls von Manrique erschaffen wurde und seine Vision für den Tourismus der Insel veranschaulicht.

5. Orzola und La Graciosa

Der nördlichste Ort auf Lanzarote ist Orzola, früher bekannt für den Fischfang und heute wahrscheinlich noch mehr weil er Fährhafen zur Insel La Graciosa ist.

Fähre von Orzola nach Graciosa

Die Insel wird gerne von Touristen besucht und hat auch einige Wanderungen auf Vulkane oder an der Küste zu bieten. Anders als Lanzarote ist sie allerdings nicht, deswegen haben wir sie ausgelassen.

6. Caleton Blanco

Fährt man auf der Küstenstraße Richtung Orzola, kommt man kurz vorher an einem Parkplatz vorbei, wo man zu einem weißen Sandstrand mit natürlichen Pools gelangt, der im starken Kontrast zum schwarzen Lavagestein rundherum steht.

Caleton Blanco

Hier kann man sich abkühlen, aber auch einem tollen Naturschauspiel beiwohnen. Denn auf dem Lavagestein gibt es unzählige kleine Muscheln. Diese Muscheln werden irgendwann zu diesem feinen Sand, der diesen Platz erst so enstehen ließ.

Muscheln werden zu Sand

Als Tipp kann man auch etwas weiter weg (von Orzola und dem Parkplatz) an der Straße parken, findet dort ebenso den weißen Sand zwischen schwarzem Lavagestein, den man dann nicht mit so vielen anderen Leuten teilt 😉

7. Jameos del Agua und Cueva De Los Verdes

Die Jameos del Agua sind eine weitere Kunststätte von Manrique, die er in eine riesige Lavaröhre gebaut hat (wo vorher Müll abgelagert war). Ein Ort der Besinnung (wenn nicht gerade Touristengruppen durchrauschen).

Lavaröhre (Jameos del Aqua), das Wasser geht bri Ebbe zurück und steigt bei Flut

Am meisten fasziniert haben mich die kleinen Albinokrebse, die dort im Salzwasser leben.

Albinokrebse in den Jameos del Agua, die normalerweise in der Tiefsee leben

Die Cueva De Los Verdes haben wir nicht besucht, da man sie nur mit einer geführten Tour besichtigen kann und wir darauf keinen Bock hatten. Wer noch nicht genug von Manrique hat, kann sich auch noch diese Lavaröhre geben, die ganz in der Nähe der Jameos del Agua ist.

8. Alte Hauptstadt Teguise

Die alte Hauptstadt von Teguise ist zwar sehr touristisch, aber wunderschön. Für mich hatte sie die Anmutung einer Stadt wie aus einem alten Wild West-Film.

Alte Hauptstadt Teguise
Sind wir in einem Wild West-Film?

Man sollte sie möglichst Sonntags besuchen, wenn dort der Markt stattfindet und die Touristen mit ihren Mietwagen von allen Teilen der Insel heranströmen.

Typisches Kunsthandwerk in Teguise

9. Arrecife & Telamon Schiffs-Wrack

Kurz nach Arrecife gibt es am Playa de Barlovento ein Schiffs-Wrack, das langsam vor sich hinrostet.

Telamon

Schon lange ist geplant, es zu entfernen, zum Glück ist es aber noch vorhanden, da es sich hervorragend als Fotomotiv eignet.

Man kann theoretisch bei Ebbe in das Wrack hineinschwimmen (oder bei Flut hineintauchen), allerdings ist das natürlich verboten, da man sich am Metall leicht verletzten kann.

Arrecife ist die Hauptstadt und gleichzeitig sehr untouristisch.

Man könnte sagen sie ist hässlich, aber am Bootshafen in der Stadt, wo die kleinen Fischerboote dümpeln kann man hervorragend essen.

Alter Fischerhafen von Arrecife am Morgen

Man erkennt ein nicht-touristisches Fischlokal wohl daran, dass man gefragt wird, ob mein ein Brot als Vorspeise will (während man es an touristischen Orten ungefragt mit der berühmten roten und grünen Soße vorgesetzt bekommt). In diesem Sinne empfehle ich ausdrücklich das Naia.

Nachhaltig reisen

Auf Lanzarote ist die Arbeitslosigkeit vielleicht geringer als auf auf Teneriffa. Trotzdem ist es für die Angestellten und Arbeiter oft schwierig, eine preiswerte Wohnung zu finden, da diese lieber an Touristen vermietet werden.

Andererseits leben viele Briten und Deutsche dauerhaft auf Lanzarote und geben dort ihr Geld aus.

Zur Situation auf den kanarischen Inseln empfehle ich gerne die WDR Doku: “Die Kanaren: Inseln der Arbeitslosen”:

Ich sehe mich beim Reisen als Botschafter meines Landes und werbe dafür, Verständnis für die lokale Bevölkerung zu haben und sie nett zu behandeln. Man macht es damit auch zukünftigen Besuchern leichter. Sie werden dann auch als Menschen behandelt und nicht als bloße Einnahmequelle.

Zusammenfassung

Lanzarote ist eine faszinierende kanarische Insel die im Süden unverbaute Traumstrände bietet, im Zentrum mit einer jungen Vulkanlandschaft mit Weingärten fasziniert und im Norden einem großen Kaktus-Garten gleicht.

Lava kann man essen?!?

Ich war überrascht, dass man auf einer spanischen Insel die schon länger kein Geheimtipp mehr ist noch so viel unzerstörte Natur genießen kann. Vieles davon geht sicher auf das Konto von César Manrique! Vielen Dank an dieser Stelle an ihn (auch wenn er das wahrscheinlich nicht mehr lesen kann)!

Wenn Ihr Fragen zur Ausrüstung, den Ausflügen oder eine Anmerkung habt postet bitte gerne unten in den Kommentaren!

Vielen Dank an Patricia, die mir Fotos zur Verfügung gestellt hat. Bitte unterstützt unseren kostenlosen Reiseführer, indem ihr eure Unterkunft auf booking.com bucht ohne zusätzliche Kosten über das folgende Formular. VIELEN DANK!



Booking.com

Hier könnt ihr Euer Auto für die Reise über unseren Partner Rentalcars.com ausleihen: Mietwagen – suchen, vergleichen & sparen

2 Replies to “Aktivurlaub auf Lanzarote (Tipps für Unterkunft, Ausrüstung, Baden, Wandern)”

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