Reiseführer La Gomera (Anreise, Unterkunft, Ausrüstung, Wandertipps)

Peter und ich hatten einen Wanderurlaub auf La Gomera gebucht. Wir waren im Winter dort, dann herrschen ideale Temperaturen zum Wandern, während die Menschen in Nordeuropa bei Schnee und Kälte frieren. Die höheren Regionen (bis zu 1487m Seehöhe) der Insel werden von den Passatwinden vom Norden stetig mit Feuchtigkeit versorgt. An den Küsten im Süden, Osten und Westen kann gleichzeitig das schönste Wetter sein. Vom feuchten Lorbeerwald bis zu fast wüstenartigen Kaktus- und Palmenlandschaften hat La Gomera alles zu bieten. Sogar ein paar schöne Strände gibt es. Man muss auf jedes Wetter vorbereitet sein. Am meisten Kopfzerbrechen hat uns die Planung der Unterkünfte bereitet. Schließlich sind es drei Unterkünfte geworden, eine im Nordosten, eine im Westen und eine im Süden. Wir waren 10 Tage dort und wollen hier gerne unsere Erfahrungen teilen. Lest gerne weiter!

Anreise

Wir sind mit der Fähre von Los Christianos auf Teneriffa angereist. Die Fähren von Armas sind etwas billiger als die von Fred Olsen, dafür langsamer.

Man kann das Ticket über das Internet kaufen, trotzdem muss man es in einem Büro ausdrucken lassen.

Abfahrt in Los Christianos

Wir haben erst auf La Gomera ein Auto gemietet. Theoretisch kann man auf Teneriffa das Auto mieten und mitnehmen, wenn die Mietwagenfirma das erlaubt. Wir haben uns diesen Stress erspart.

Ich rate dringend, das Auto vorab im Internet zu buchen, da die Preise vor Ort viel höher sind. Wenn ihr unseren kostenlosen Reiseführer unterstützen wollt, bucht bitte gerne über rentalcars.com unter folgendem Link (ohne zusätzliche Kosten für Euch): Mietwagen – suchen, vergleichen & sparen.

Unser Mietwagen (billigste Kategorie), reicht für 2 Personen, leicht einzuparken und sogar mit Sonnendach!

Die Fähre legt in der Inselhauptstadt San Sebastian an.

Es gibt auch eine Fähre von Fred Olsen, die weiter zu den wichtigsten Orten Playa de Santiago im Süden und weiter nach Valle Gran Ray im Westen fährt.

Wir haben unser Auto in San Sebastian abgeholt, außerdem wollten wir sowieso zuerst in den Norden. Die Strecken darf man nicht unterschätzen, da die Straßen kurvenreich sind kann man nie sehr schnell fahren.

Unsere Route mit der Fähre von Los Christianos (Teneriffa) nach San Sebastian und dem Mietwagen nach Norden (Hermigua)

Theoretisch kann man nach La Gomera fliegen (Playa Santiago), allerdings nur von anderen Inseln, nicht international. Die meisten nehmen die Fähre. Der Flughafen, die Straßen und die Wanderwege auf La Gomera sind sehr ausgebaut. Hier wurde viel Geld von der EU investiert. (Es gibt allerdings auch ein paar Projekte, wo das Geld verschleudert wurde, siehe weiter unten… 😉 )

Viele junge Menschen sind nach Teneriffa oder früher nach Venezuela ausgewandert. Man könnte glauben, die Pflege der Wanderwege ist ein Beschäftigungsprogramm, und das ist es wahrscheinlich auch!

Tipp für Insel-Hopper: Internationale Flüge nach Teneriffa landen am Flughafen Teneriffa Süd. Von dort gibt es Express-Busse zum Busterminal nach Los Christianos. Wenn man vorher auf einer anderen Insel war (wie ich auf Lanzarote), landet man zuerst am Flughafen Teneriffa Nord. Von dort kann man mit einem Express-Bus in die Hauptstadt Santa Cruz fahren und von dort gibt es einen kostenlosen Bus von Armas. Wichtig ist aber, dass man sich dafür ein eigenes Bus-Ticket reserviert hat. Kommt man mit einer Fähre von einer anderen Insel, kommt man gleich nach Santa Cruz.

Der Flughafen für Inselflüge ist im Norden von Teneriffa, von dort muss man zuerst in den Süden, um nach La Gomera zu gelangen
Ich musste zuerst mit dem kostenlosen Armas-Bus nach Süden fahren: Wenn man international fliegt, kommt man sowieso schon im Süden an.

Ausrüstung

Für einen Wanderurlaub muss man die richtige Ausrüstung mitnehmen, oder man kauft sich was man braucht vor Ort. Wir haben uns preiswert bei Decathlon ausgerüstet. Ich mag Decathlon, da man gekaufte Artikel noch 30  Tage zurückgeben kann, wenn man den kostenlosen Sportlerpass hat. (Decathlon ist unser Partner, wenn ihr über die folgenden Links einkauft unterstützt ihr unseren Reiseführer ohne zusätzliche Kosten für Euch!)

Wenn ihr nicht im Internet kaufen wollt, gibt es auch ein großes Decathlon-Geschäft auf Teneriffa. Allerdings ist es im Norden und eher unpraktisch, wenn man im Süden landet. Ich empfehle nicht das sehr kleine Geschäft im Zentrum von Santa Cruz, da man dort kaum Wanderschuhe in der richtigen Größe findet. Besser ist das Geschäft etwas außerhalb in La Laguna.

Ich empfehle folgende Ausrüstung:

  1. Rother Wanderführer: Wir haben diesen Wanderführer leider nicht gekauft! Wir mussten uns deswegen die Routen mühsam im Internet zusammensuchen. Macht nicht den gleichen Fehler wie wir!
  2. Wanderschuhe: Die Wege sind oft felsig oder rutschig, deswegen sollte man unbedingt hohe Wanderschuhe verwenden, um nicht zu verknöcheln oder auszurutschen. Am besten noch atmungsaktiv, weil es an der Küste auch heiß ist. Ich empfehle Wanderschuhe und nicht Trekkingschuhe, da erstere rundherum mit Gummi geschützt und besser für Felsen geeignet sind. Ich habe die Salomon X-ULTRA MID GORE-TEX gekauft, sehr gute Schuhe.
    Nur beim Kauf darauf achten, die richtige Größe zu wählen. Die Zehen (inkl. kleiner Zehe) sollten nicht im Schuh vorne anstoßen.

  3. Wanderstöcke: Um die Knie zu schonen und zur Stabilisierung. Die Höhenunterschiede sind enorm und bei manchen Wanderungen geht es mehr als 1000 Höhenmeter hinunter!
  4. Schnorchel-Set mit Flossen Schnorcheln macht auf La Gomera viel Spaß und die Sets bei Decathlon sind sehr billig. Es gibt Masken für das ganze Gesicht oder einfachere Masken, die dann weniger Platz im Gepäck kosten.
  5. Neopren: Wenn man im Winter nach La Gomera reist, empfehle ich dringend einen Neoprenanzug. Das Wasser hat ca. 18 Grad. Man sollte den Anzug eng kaufen. Er funktioniert so, dass sich das Wasser an der Haut erwärmt. Sitzt er zu locker, kommt immer kaltes Wasser nach und er wärmt nicht mehr. Ich habe diesen Neoprenshorty fürs Schnorcheln gekauft, da ich nicht so viel Platz im Gepäck hatte.
    Ohne Neopren hält man es im Winter nicht lange im Wasser aus (Vueltas/Valle Gran Rey)
  6. Badehose
  7. Wanderhose: Ich hatte diese Wanderhose von Decathlon dabei zum Abzippen (ohne die Schuhe ausziehen zu müssen). Sie ist praktisch, da sehr leicht und schnell trocknend. In höheren Regionen ist es oft ziemlich kühl, während es an der Küste Badewetter hat. Da ist es gut, wenn man die Hose schnell abzippen kann.
  8. Daunenjacke: Ich hatte eine leichte Daunenjacke im Gepäck. Sie ist sehr praktisch für den kühlen Lorbeerwald.
  9. Regenjacke und Regenhose: Auf La Gomera regnet es oft, da der Passatwind immer wieder Feuchtigkeit bringt, die den Lorbeerwald umgibt. Es ist dort immer extrem feucht. Am besten eine atmungsaktive Regenjacke mitnehmen, die hilft auch gegen den Wind im Norden!
  10. Sonnenhut: Man sollte die Kraft der Sonne nicht unterschätzen, schließlich liegen die kanarischen Inseln auf einer Höhe mit Afrika! Man sollte darauf achten, dass der Sonnenhut mit einer Schnur befestigt werden kann, da es oft sehr windig ist und der Hut leicht wegfliegt! Ich hatte einen Hut von Decathlon dabei.
  11. Sonnencreme
  12. Wandersandalen: Ich hatte zusätzlich zu den Wanderschuhen noch Wandersandalen mit. Die sind praktisch für die Unterkunft oder tagsüber, weil es in den Wanderschuhen doch heiß wird. Wandern gehen sollte man damit natürlich nicht, aber man kann sie auch beim Plantschen im Wasser anlassen.
  13. Wasserschuhe: Auf La Gomera gibt es viele Kiesstrände, und mit Badeschuhen kann man leichter zum Wasser laufen als barfuß. Bei Natural Pools muss man auf Seeigeln aufpassen.
  14. Mütze und Handschuhe: Klingt vielleicht blöd, aber da Hände und Kopf zuerst abkühlen sind eine Haube und dünne Handschuhe sehr praktisch, um sich schnell aufzuwärmen, wenn man sich im oft kühlen Lorbeerwald aufhält.

Überblick

Wir haben schlussendlich 3 Unterkünfte gebucht. La Gomera ist ganz unterschiedlich und wir wollten das erleben. Nur in der Hauptstadt im Osten wollten wir nicht bleiben, da sie für uns nicht so besonders war und wir dort sowieso mit der Fähre ankommen und abfahren sollten.

  1. Norden (Hermigua, Vallehermoso, Agulo): Dort ist meistens schlechteres Wetter. Die Sonne verschwindet im Winter relativ bald hinter den Bergen. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Landschaft ist rau und wild, das Meer aufgewühlt, es gibt weniger Touristen. Wer die Einsamkeit sucht, ist dort richtig.
    Schwimmen im Norden im Winter nur in Natural Pools, das Wetter ist oft schlecht (El Pescante in Hermigua)
  2. Westen: Valle Gran Rey ist die Tourismus-Hauptstadt von La Gomera. Es ist bekannt für seine Hippie-Kultur. Bei den Wanderungen wird man fast nie alleine sein, dafür ist die Landschaft und insbesondere das wilde Tal so unglaublich schön, dass man es gerne mit anderen teilt.
    in Vueltas/Valle Gran Rey – während es im Norden oft stürmt und bewölkt ist, kann man im Westen und Süden Badewetter haben (im Winter besser mit Neopren, nicht so wie Peter)
  3. Süden: Playa Santiago wird als weniger touristische Alternative zu Valle Gran Rey gehandelt und ist das auch. Es ist allerdings weniger schön dort. Bekannt ist in diesem Ort das All-Inclusive-Ressort von Fred Olsen, das Hotel Jardín Tecina. Von dort fahren die Gäste mit einem Aufzug hinunter zum Strand und “überschwemmen” dann den Ort.
    Fred Olsen ist auf der Insel allgegenwärtig, hier die Pool-Anlage vom Hotel Jardín Tecina. Die Gäste fahren mit dem Aufzug von der Klippe hier hinunter.
  4. Osten: Nach San Sebastian fährt die Fähre vom Festland. Es gibt einen Turm zu besichtigen und eine schöne Straße, wir haben uns dort nicht lange aufgehalten.

Unsere Reisetipps und Wanderungen

Ich habe unsere Reise- und Wandertipps aufgeteilt, da es sonst zu viel für einen Artikel wird:

Nachhaltiges Reisen

La Gomera hat eine eigene Kultur, die schwer mit Worten zu beschreiben ist. Einerseits ist die Insel scheinbar touristisch, andererseits leben viele Menschen dort, die zugereist sind und es zu ihrer Heimat erkoren haben (quasi Dauertouristen). Wer Tourist ist oder schon Einheimischer verschwimmt. Viele Einheimische haben ihre Heimat verlassen, um ihr Glück woanders zu versuchen und sind vielleicht mit neuem Wissen zurückgekehrt. Das alles macht für mich den speziellen Flair aus.

Man kann die Insel daher kaum mit Teneriffa vergleichen, das in den Touristenorten einem großen Funpark gleicht. Wenn man am Strand von Caleta bei Hermigua einen Deutschen trifft, der dort schon seit Jahren hinfährt um die Katzen zu füttern, bekommt man vielleicht eine Idee was ich meine. Oder die Hippies bestaunt, die in Valle Gran Rey herumziehen und die Straßen bunter machen.

Fazit

La Gomera ist eine tolle Insel mit einem besonderen Flair. Die Wanderungen sind aufgrund der großen Höhendifferenzen nicht unanstrengend. Wer will, kann die Insel auch auf einem Weitwanderweg in 8 Tagen umrunden oder auf einem weiteren großen Wanderweg überqueren. Uns war das zu anstrengend. Als wir dann die toll gepflegten Wanderwege sahen, waren wir trotzdem traurig, dass wir das nicht gewagt hatten.

VIELEN DANK AN PETER FÜR DIE TOLLE REISEGESELLSCHAFT!!!

Wenn Ihr Fragen zur Ausrüstung, den Wanderungen oder eine Anmerkung habt, postet bitte gerne unten in den Kommentaren!

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